Integration und Teilhabe in Rostock – Maria Lichtermann | Landtagswahl 2026

Thema 4 von 10 · Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern 2026

Integration, Teilhabe und gesellschaftlicher Zusammenhalt in Rostock

Wie gelingt ein Zusammenleben auf Augenhöhe, in dem Menschen mit Zuwanderungserfahrung nicht nur angesprochen, sondern an Entscheidungen beteiligt werden?

Ein Thema mit direktem Bezug zu Maria Lichtermann

Integration und gesellschaftliche Teilhabe gehören zu den Feldern, bei denen der persönliche Bezug Maria Lichtermanns besonders klar belegt ist. Die Hanse- und Universitätsstadt Rostock führt sie aktuell als Vorsitzende des Migrantenrates. Dieses Gremium ist eine gewählte kommunalpolitische Vertretung von Menschen mit Zuwanderungserfahrung. Es bringt ihre Perspektiven in politische Entscheidungsprozesse ein, berät Verwaltung und Politik und soll demokratische Teilhabe stärken. Seit Januar 2026 ist die Geschäftsstelle des Migrantenrates im Rostocker Rathaus angesiedelt. Damit ist seine Arbeit institutionell näher an Verwaltung und kommunaler Politik verankert.

Der Migrantenrat besteht aus gewählten und beratenden Mitgliedern und arbeitet ehrenamtlich. Nach Darstellung der Stadt engagiert er sich für ein respektvolles und solidarisches Miteinander. Die Stadt fördert zudem Veranstaltungen und Projekte, die Begegnungen ermöglichen, Vorurteile abbauen, das friedliche Zusammenleben stärken und möglichst offen, barrierefrei sowie niedrigschwellig gestaltet sind. Diese Ziele zeigen, dass Integration mehr umfasst als einen Verwaltungsstatus. Sie betrifft Sprache, Bildung, Arbeit, Nachbarschaft, Gesundheit, Vereine, politische Mitbestimmung und die Frage, ob Menschen das Gefühl haben, in ihrer Stadt tatsächlich dazuzugehören.

VorsitzendeMaria Lichtermann wird von der Stadt als Vorsitzende des Rostocker Migrantenrates geführt.
Kommunalpolitisches GremiumDer Migrantenrat bringt Perspektiven von Menschen mit Zuwanderungserfahrung in Entscheidungen ein.
Seit Januar 2026Die Geschäftsstelle des Migrantenrates befindet sich im Rostocker Rathaus.
Demokratische TeilhabeMitwirkung und gesellschaftlicher Zusammenhalt gehören ausdrücklich zu den Aufgaben des Gremiums.

Einbürgerung als Zugang zu politischer Mitwirkung

Maria Lichtermann hat sich 2026 auch selbst öffentlich zur Bedeutung von Einbürgerung und Teilhabe geäußert. Bei einer Einbürgerungsfeier der Hanse- und Universitätsstadt Rostock nahm sie als Vorsitzende des Migrantenrates teil und betonte, dass die Einbürgerung für Menschen, die die Stadt aktiv mitgestalten wollen, ein wichtiger Schritt sei. Mit der deutschen Staatsbürgerschaft entstünden neue Möglichkeiten politischer und gesellschaftlicher Teilhabe. Die Stadt begrüßte bei dieser Veranstaltung rund 200 Neubürgerinnen und Neubürger sowie Gäste. Im Jahr 2025 waren in Rostock 355 Personen eingebürgert worden.

Diese Perspektive macht einen wichtigen Unterschied deutlich: Integration ist nicht nur eine Erwartung an Menschen, sich an bestehende Strukturen anzupassen. Sie ist ebenso eine Aufgabe der Institutionen. Behörden müssen verständlich arbeiten, Schulen und Kitas brauchen passende Unterstützungsangebote, der Zugang zu Gesundheit und Beratung muss funktionieren, und politische Beteiligung sollte nicht erst beginnen, wenn Probleme eskalieren. Wer Beteiligung ernst nimmt, muss Räume schaffen, in denen Menschen ihre Erfahrungen frühzeitig einbringen können.

Für die Landespolitik stellt sich deshalb die Frage, welche Strukturen Kommunen benötigen. Integration findet überwiegend vor Ort statt, aber viele Rahmenbedingungen werden auf Landesebene gesetzt oder finanziert. Dazu gehören Teile der Integrationsförderung, Sprach- und Beratungsangebote, Bildungszugänge, Unterstützung für kommunale Integrationsarbeit und die Zusammenarbeit verschiedener Behörden. Eine Landtagsabgeordnete aus Rostock könnte sich deshalb insbesondere dafür einsetzen, dass erfolgreiche kommunale Strukturen nicht von kurzfristigen Projektförderungen abhängig sind.

Belegte Position: Maria Lichtermann hat 2026 öffentlich die Bedeutung von Einbürgerung für Mitgestaltung und gesellschaftliche Teilhabe hervorgehoben. Darüber hinausgehende konkrete landespolitische Maßnahmen werden hier nicht als ihre Position ausgegeben, sondern als Fragen formuliert.

Teilhabe muss im Alltag funktionieren

Gesellschaftliche Teilhabe zeigt sich im Alltag an vielen kleinen Stellen. Können Eltern Informationen aus Kita und Schule verstehen? Finden neu zugezogene Menschen Beratung, wenn sie Fragen zu Ausbildung oder Arbeit haben? Sind Verwaltungsangebote verständlich und digital zugänglich? Können Menschen mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen gesundheitliche oder soziale Leistungen tatsächlich nutzen? Und werden Erfahrungen mit Diskriminierung ernst genommen?

Eine Stadt mit Universität, Hafen, internationaler Wirtschaft und Tourismus ist auf Zuwanderung angewiesen. Rostock braucht Studierende, Fachkräfte, Beschäftigte in Pflege und Medizin, Handwerk, Gastronomie, Industrie, Wissenschaft und vielen weiteren Bereichen. Integration ist deshalb auch eine wirtschaftliche Zukunftsfrage. Menschen, die nach Rostock kommen, sollten möglichst schnell die Chance erhalten, ihre Qualifikationen einzusetzen, Sprache zu lernen und soziale Kontakte aufzubauen. Gleichzeitig braucht es klare Regeln und funktionierende Verwaltungsprozesse, damit Integration nicht durch unnötige Wartezeiten und Zuständigkeitsprobleme erschwert wird.

Besonders wichtig ist die politische Beteiligung. Der Migrantenrat kann Perspektiven bündeln, ersetzt aber nicht die Aufgabe von Bürgerschaft, Verwaltung und Landespolitik, Menschen mit Zuwanderungserfahrung systematisch einzubeziehen. Beteiligung sollte nicht nur symbolisch sein. Wenn ein Beirat Stellung nimmt, muss transparent sein, wie seine Vorschläge weiterbehandelt werden. Wenn Menschen Diskriminierung oder strukturelle Hürden melden, braucht es Rückmeldungen und Zuständigkeiten.

Leitfrage an Maria Lichtermann

Welche konkreten Verbesserungen sollte Mecklenburg-Vorpommern schaffen, damit Integration in Rostock stärker als echte gesellschaftliche Teilhabe funktioniert – von Sprache und Bildung über Arbeit und Behörden bis zur politischen Mitbestimmung?

Zusammenhalt entsteht durch Rechte, Pflichten und Begegnung

Ein solidarisches Zusammenleben verlangt von allen Seiten Bereitschaft. Neu Zugewanderte müssen Möglichkeiten haben, Sprache zu lernen, Regeln zu verstehen und sich einzubringen. Institutionen wiederum müssen Zugänge schaffen, Diskriminierung abbauen und ihre Angebote so organisieren, dass sie auch praktisch erreichbar sind. Gesellschaftlicher Zusammenhalt entsteht nicht dadurch, Unterschiede zu leugnen, sondern dadurch, Konflikte demokratisch auszutragen und gemeinsame Regeln anzuwenden.

Rostock hat aus seiner Geschichte besondere Erfahrungen mit Rassismus und gesellschaftlicher Ausgrenzung. Gleichzeitig hat die Stadt in den vergangenen Jahrzehnten vielfältige Strukturen von Beratung, Erinnerung, Integrationsarbeit und zivilgesellschaftlichem Engagement aufgebaut. Für die Zukunft ist entscheidend, diese Arbeit dauerhaft zu sichern und gleichzeitig auf neue Herausforderungen zu reagieren. Dazu gehören Zuwanderung in den Arbeitsmarkt, Fluchtmigration, internationale Studierende, Familiennachzug und eine vielfältiger werdende Stadtgesellschaft.

Maria Lichtermanns Arbeit im Migrantenrat gibt ihr einen konkreten Einblick in solche Fragen. Für eine Landtagskandidatur ist deshalb interessant, wie sie diese kommunalen Erfahrungen auf Landesebene übersetzen würde. Welche Angebote brauchen Städte und Landkreise dauerhaft? Wie können Behörden einfacher zusammenarbeiten? Wie werden Sprachmittlung und Beratung finanziert? Wie können Schulen, Kitas und Vereine stärker unterstützt werden? Und wie lässt sich politische Beteiligung so gestalten, dass Menschen nicht nur Objekt von Integrationspolitik sind, sondern selbst Einfluss auf sie nehmen?

Besonders wichtig ist dabei die Rückkopplung zwischen Beteiligung und Entscheidung. Menschen verlieren schnell Vertrauen, wenn sie zu Workshops, Anhörungen oder Beiräten eingeladen werden, anschließend aber nicht erfahren, was mit ihren Vorschlägen geschieht. Gute Beteiligung braucht deshalb Transparenz: Welche Empfehlung wurde übernommen, welche nicht und warum? Diese einfache Regel kann auch den Migrantenrat stärken. Wenn Verwaltung und Politik systematisch Rückmeldung geben, wird sichtbar, dass Engagement Wirkung haben kann. Das fördert demokratische Teilhabe weit über Integrationspolitik hinaus und kann dazu beitragen, mehr Menschen für kommunale und gesellschaftliche Verantwortung zu gewinnen.

FAQ: Integration und Teilhabe in Rostock

Welche Funktion hat Maria Lichtermann aktuell im Migrantenrat?

Die Hanse- und Universitätsstadt Rostock führt sie als Vorsitzende des Migrantenrates.

Was macht der Migrantenrat?

Er ist ein kommunalpolitisches Gremium, das die Perspektiven von Menschen mit Zuwanderungserfahrung in politische Entscheidungsprozesse einbringt, Verwaltung und Politik berät und demokratische Teilhabe stärkt.

Hat Maria Lichtermann sich 2026 öffentlich zur Teilhabe geäußert?

Ja. Bei der Rostocker Einbürgerungsfeier betonte sie die neuen Möglichkeiten gesellschaftlicher und politischer Teilhabe, die mit der Einbürgerung verbunden sind.

Warum ist Integration ein Thema für den Landtag?

Viele praktische Aufgaben liegen bei Kommunen, doch das Land setzt und finanziert wichtige Rahmenbedingungen für Integrationsförderung, Bildung, Beratung und Verwaltungsstrukturen.

Werden auf dieser Seite zusätzliche Positionen erfunden?

Nein. Belegte Aussagen werden als solche gekennzeichnet. Wo keine konkrete persönliche Position vorliegt, bleibt die Formulierung ausdrücklich eine Frage an Maria Lichtermann.

Geprüfte Quellen

Hanse- und Universitätsstadt Rostock – Migrantenrat:
Aufgaben, Vorstand und Mitglieder des Rostocker Migrantenrates

Hanse- und Universitätsstadt Rostock – Einbürgerungsfeier 2026:
Neue Staatsbürgerinnen und Staatsbürger wurden feierlich willkommen geheißen

SPD Mecklenburg-Vorpommern – Kandidaturen Landtagswahl 2026:
SPD-Landesliste 2026

Stand der Angaben: September 2026.

Maria Lichtermann · Thema 4: Integration, Teilhabe und gesellschaftlicher Zusammenhalt. Die nächste Seite behandelt den Zugang zur Gesundheitsversorgung.

Kommentare